schanko 22Rolf Schanko, der sich in seinen Arbeiten immer wieder mit seiner Heimatlandschaft - dem Ruhrgebiet - auseinandersetzt, beschäftigt sich in seiner neuen Werkreihe mit Fotografien von Chargesheimer, die 1957 in Zusammenarbeit mit Heinrich Böll im Ruhrgebiet entstanden sind und 1958 bei Kiepenheuer & Witsch sowie der Büchergilde Gutenberg veröffentlicht wurden.

 

Der in Köln arbeitende Rolf Schanko hat sein Atelier in Dortmund nie aufgegeben. Seine Papierarbeiten visualisieren Lebensräume, die zwar an konkrete Orte erinnern, gleichzeitig aber im Umbau begriffene, temporäre, quasi gesichts- und geschichtslose Landschaftsräume wiedergeben. Dadurch wohnt den Arbeiten eine Allgemeingültigkeit inne, die diese Erinnerungsbilder mit anderen, von der Industrie und dem Strukturwandel geprägten Industrielandschaften verbindet.

 

schanko 24Die aktuelle Werkserie abstrahiert den thematischen Bezug zum Ruhrgebiet noch radikaler als die früheren Arbeiten, indem Schanko mit Bildvorlagen – gleichsam aus der zweiten Hand – arbeitet. Als Motive dienen Landschafts- und Architektur-aufnahmen, Menschen auf dem Feld, im Bergbau und auf der Straße. Dabei sind die Linienführung, die Reduktion der Motive und die dynamische Licht / Schatten-zeichnung der Chargesheimer Fotografien wesentliche Impulsgeber. Schanko fokussiert, verkürzt Perspektiven und verfremdet im Akt des Zeichnens die bildnerischen Vorlagen so stark, dass die Ergebnisse sich maximal von den Fotografien Chargesheimes entfernen ohne jedoch den Bezug ganz aufzugeben.

 

schanko 20Auf am Boden liegende Papierbögen setzt Schanko mit Kreide seine Linien. Dem künstlerischen Impuls folgend bearbeitet er die einzelnen Blätter von allen Seiten. Der so entstehenden Dynamik gibt er anschließend mit unterschiedlich stark aufgetragener Ölfarbe Stabilität und Festigkeit. Das als ´work in progress` auf dem Boden der Galerie liegende Werk „Blüte“ veranschaulicht exemplarisch die Vorgehens- und Arbeitsweise des Künstlers.

 

„Ich will Ihnen die Welt zeigen, wie sie ist, unsere Welt in all ihrer Härte, ihrer Fremdheit, ihrer Heiterkeit und in ihrer Schönheit, ja in ihrer Schönheit“ so das Credo von Charghesheimer, dass sich Schanko in seinen wunderbaren Zeichnungen zu eigen gemacht hat.

 

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