Alfred Hrdlicka

1973 schematisierte der österreichische Maler, Bildhauer, Grafiker und Schriftsteller Alfred Hrdlicka (1929 – 2009) seine Devise „Fleisch = Kunst“ in die Bestandteile „geiles Fleisch“ und „geschundenes Fleisch“. Die Darstellung des Menschen in diesen seinen zwei Leiblichkeiten ist für ihn eine essenzielle Notwendigkeit der Kunst. Entsprechend ist sein Stil figürlich-expressiv realistisch.

Zeit seines Lebens hat sich Hrdlicka gegen Faschismus und Antisemitismus eingesetzt und war im Kommunismus beheimatet. 1986, im Vorfeld der Wahl des österreichischen Bundespräsidenten hat er als Protest gegen den Kandidaten Kurt Waldheim gemeinsam mit Manfred Deix und Peter Turrini ein meterhohes hölzernes Pferd (Denkmal gegen Gedächtnisschwund) aufgerichtet und so den Kommentar des damaligen Bundeskanzlers Fred Sinowatz zu Walheims Rechtfertigungsbemühungen illustriert. Sinowatz hatte festgestellt: „nehmen wir also zur Kenntnis, dass nicht Waldheim bei der SA war, sondern nur sein Pferd.“

Weniger bekannt, aber von Oskar Lafontaine bestätigt, ist Hrdlickas Initiative lange vor Gründung der Partei „Die Linke“: 2000 hatte er Gregor Gysi und Oskar Lafontaine bei einem Abendessen in Saarbrücken miteinander bekannt gemacht.

Zu seinen bedeutenden Werken zählen u.a. der Radierzyklus „Roll over Mondrian“ (1965 – 67), der Zyklus „Plötzenseer Totentanz (1968 – 72) im evangelischen Gemeindezentrum in der Nähe der Gedenkstätte Plötzensee (Berlin), seine in Wuppertal aufgestellte Skulptur „Die starke Linke“ (1981) im Gedenken an Friedrich Engels, das zweiteilige „Gegendenkmal“ (als Kontrast zum Kriegerdenkmal von 1930) (1983 – 86) am Hamburger Dammtor und das – von ihm selbst als sein wichtigstes Werk bezeichnete - „Mahnmal gegen Krieg und Faschismus“ (1988) auf dem Albertinaplatz in Wien.

Lebensdaten:
1944 – 1946 Ausbildung zum Zahntechniker
1946 – 1952 Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Josef Dobrowsky und Albert Paris Gütersloh
1953 – 1957 Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Fritz Wotruba
1960  Ausstellung „Skulptur, Malerei und Grafik“ gemeinsam mit Fritz Martinz in Wien
1964  Gemeinsam mit Herbert Boeckl Vertreter Österreichs auf der Biennale in Venedig
1971 – 1986 Professur für Bildhauerei an der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
1973 – 1975 Professur an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg
1986 – 1989 Professur für Bildhauerei, Universität der Künste Berlin
1989  Berufung an die Universität für Angewandte Kunst Wien

 

Werke
 
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Zeit seines Lebens hat sich Hrdlicka gegen Faschismus und Antisemitismus eingesetzt und war im Kommunismus beheimatet. 1986, im Vorfeld der Wahl des österreichischen Bundespräsidenten hat er als Protest gegen den Kandidaten Kurt Waldheim gemeinsam mit Manfred Deix und Peter Turrini ein meterhohes hölzernes Pferd (Denkmal gegen Gedächtnisschwund) aufgerichtet und so den Kommentar des damaligen Bundeskanzlers Fred Sinowatz zu Walheims Rechtfertigungsbemühungen illustriert. Sinowatz hatte festgestellt: „nehmen wir also zur Kenntnis, dass nicht Waldheim bei der SA war, sondern nur sein Pferd.“

Weniger bekannt, aber von Oskar Lafontaine bestätigt, ist Hrdlickas Initiative lange vor Gründung der Partei „Die Linke“: 2000 hatte er Gregor Gysi und Oskar Lafontaine bei einem Abendessen in Saarbrücken miteinander bekannt gemacht.

Zu seinen bedeutenden Werken zählen u.a. der Radierzyklus „Roll over Mondrian“ (1965 – 67), der Zyklus „Plötzenseer Totentanz (1968 – 72) im evangelischen Gemeindezentrum in der Nähe der Gedenkstätte Plötzensee (Berlin), seine in Wuppertal aufgestellte Skulptur „Die starke Linke“ (1981) im Gedenken an Friedrich Engels, das zweiteilige „Gegendenkmal“ (als Kontrast zum Kriegerdenkmal von 1930) (1983 – 86) am Hamburger Dammtor und das – von ihm selbst als sein wichtigstes Werk bezeichnete - „Mahnmal gegen Krieg und Faschismus“ (1988) auf dem Albertinaplatz in Wien.

Lebensdaten:
1944 – 1946 Ausbildung zum Zahntechniker
1946 – 1952 Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Josef Dobrowsky und Albert Paris Gütersloh
1953 – 1957 Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Fritz Wotruba
1960  Ausstellung „Skulptur, Malerei und Grafik“ gemeinsam mit Fritz Martinz in Wien
1964  Gemeinsam mit Herbert Boeckl Vertreter Österreichs auf der Biennale in Venedig
1971 – 1986 Professur für Bildhauerei an der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
1973 – 1975 Professur an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg
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1989  Berufung an die Universität für Angewandte Kunst Wien

 

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