bold 37Die nach 2018 zweite Einzelausstellung von Nicole Bold (*1969) in unserer Galerie musste kurz nach ihrer Eröffnung wegen des Lock-Down geschlossen werden. Dadurch konnte nur von der Strasse her ein Einblick in das aktuelle Schaffen von Nicole Bold gewonnen werden. 2020 hatte Bold die einmalige Gelegenheit, sich äußerst intensiv mit ihrer Kunst zu beschäftigen und viele neue Arbeiten zu schaffen, da ihr ein Stipendiat in der Stiftung Bartels Foundation in Basel zugesprochen worden war.

 

bold2 1 sUm trotz des langen Lock-Down die neuen Arbeiten öffetlich zu zeigen, haben wir die Arbeiten der Ausstellung mit den Augen verreisen neu kuratiert und in unserem hinteren Galerieraum in "gestraffter" Form unter dem Titel "mit den Augen verreisen 2" aufgebaut. Die so entstandene neue Präsentation mit Bolds Schlüsselwerken des vergangenen Jahres ermöglicht eine noch intensive Wahrnehmung der sehr komplexen Malerei von Nicole Bold.

 

bold2 2 sDen Ausstellungskatalog als PDF können Sie hier herunterladen.

 

Im Anschluss finden Sie die Pressemeldung zur ursprünglichen Ausstellung:

 

MIT DEN AUGEN VERREISEN | Neue Malerei von Nicole Bold

 

bold2 5 sTrotz zwischenzeitlichem Corona-Lockdown konnte Nicole Bold in diesem Jahr ihr Atelierstipendium der Stiftung Bartels Foundation im „Markgräflerhof“ in der Basler Altstadt realisieren. Sie nutzte die Zeit, um die Stadt Basel mit ihrer Kunst, Kultur und ihren regionalen Eigenarten zu entdecken und die so gewonnenen Inspirationen künstlerisch zu verarbeiten.

 

bold2 6 sDas in Basel weit verbreitete tägliche Schwimmen im Rhein gehörte für sie unbedingt dazu. Es überrascht daher nicht, dass der Rhein ein wichtiges Thema in ihren Baseler Arbeiten ist. Das fließende Wasser, seine stete Veränderung in Farbe, Temperatur und sinnlicher Anmutung, auch das Moment der ‚fließenden‘ Zeit kann von dem aufmerksamen Betrachter ihres Rhein-Gemäldezyklus nachempfunden werden.

 

bold2 8 sNicole Bold hat sich in diesem Baseler Jahr in ihrer Malerei weit vorgewagt und sich dabei immer abstrakter mit den Erscheinungen der Natur auseinandergesetzt. Es ist ihr gelungen „ein Extrakt“ von dem wiederzugeben, was sie gesehen und nachhaltig beschäftigt hat. Dabei ist sie ihren Themen – Landschaften und Pflanzen – treu geblieben.

 

Die Grenzen allerdings, welche die Malerei setzt, konnte sie einmal mehr ein Stück weit überschreiten. Hierbei handelt es sich um die künstlerische Herausforderung, das (Ab-)Bild von Landschaft mit all ihren Naturerscheinungen in den engen Raum der Leinwand zu bannen. Diese Aufgabe bewältigt die Künstlerin mit einer subtilen Spannung zwischen Fläche und Raum, Flüchtigkeit und fester Struktur, Licht und Dunkelheit.

 

bold2 12 sNicole Bold malt vornehmlich mit Ölfarbe, die sie in vielen Schichten und Überlager-ungen auf die Leinwand aufträgt – mal als eine entrückende, tiefenräumlich wirkende Lasur, mal kraftvoll pastos. Dabei durchdringen und vernetzen sich geschlossene Farbflächen mit Linien, die Ahnungen und Erinnerungen von Naturereignissen und Wachstums- und Fließprozessen evozieren. An anderen Stellen wiederum ver-schließt die Künstlerin Teilflächen in Gänze und hält so das Auge des Betrachters auf maximale Distanz.

 

bold2 12 sDie Malerei von Nicole Bold ist im schönsten Sinne aufregend. Mit ihrer sinnlichen Haptik ziehen die Bilder den Betrachter in den Bann und verweigern sich zugleich jeder allzu schnellen oder einfachen Vereinnahmung. In kreativer, konzentrierter Unruhe sucht das Auge des Betrachters dem der Künstlerin zu folgen und den Werken die Geheimnisse zu entlocken, die den ‚Landschaftsräumen‘, dem ‚Pflanzen-dschungel‘ oder den ‚Wasserspiegelungen‘ eingeschrieben sind.

 

Abb. Rundgang durch die Ausstellung, © Gudrun Pamme-Vogelsang, 2021