Gustav Seitz

Gustav Seitz gehört zu den herausragenden deutschen Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1906 in Mannheim-Neckarau geboren und verstarb 1969 in Hamburg.

 

Nach seiner Volksschulausbildung war er Lehrling im Stukkateurbetrieb des Vaters. Hier entdeckte er seine Leidenschaft für die bildende Kunst. Von 1922 bis 1924 erhielt Seitz eine Ausbildung zum Steinmetzen und Steinbildhauer bei dem Bildhauer August Dursy in Ludwigshafen. Anschließend studierte er von 1924 bis 1925 bei Georg Schreyögg (1870 – 1934) an der Landeskunstschule Karlsruhe, und von 1925 bis 1932 bei Ludwig Gies (1887 – 1966) an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst in Berlin. 1928 wurde er Meisterschüler bei Wilhelm Gerstel (1879 – 1963).

 

Auf der Wiener Ausstellung „Junge Kunst im Deutschen Reich“ 1943 war Gustav Seitz mit 9 Arbeiten vertreten. Zu der Zeit arbeitete er bereits als Soldat (1940 – 1945) als Kraftfahrer und Schreiber. Zum Ende des Krieges kam er in amerikanische Kriegsgefangenschaft.

 

Nach dem Krieg arbeitete Gustav Seitz vor allem in seinem eigenen Atelier in der Kantstraße in Berlin. 1946 wurde er zum Professor für plastisches Gestalten an die TU Berlin berufen und 1947 als Professor für Bildhauer an der Hochschule für Bildende Künste Charlottenburg.

 

Als Gustav Seitz 1949 den Nationalpreis der DDR III. Klasse für sein „Mahnmal für die Opfer des Faschismus“ annahm und 1950 Mitglied der „Akademie der Künste der DDR“ wurde, suspendierten ihn die westlichen Universitäten und er erhielt striktes Hausverbot. Gustav Seitz zog daraufhin in den Ostteil von Berlin und leitete dort ein Meisteratelier in der Ostberliner Akademie der Künste. Weil er seine dortige Lehrtätigkeit nicht aufgeben wollte, war seine Berufung an die Werkakademie Kassel im Jahr 1953 zum Scheitern verurteilt.

 

1958 übersiedelte Gustav Seitz nach Hamburg und lehrte dort als Nachfolger von Edwin Scharff (1887 – 1955) an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. 1959 nahm er an der documenta II, 1964 an der documenta III in Kassel teil; 1968 war er auf der Biennale die Venezia vertreten.

 

Das Oeuvre von Gustav Seitz umfasst größtenteils Darstellungen des weiblichen Akts, Porträts von Künstlern (u.a. von Bertolt Brecht, Thomas und Heinrich Mann, Käthe Kollwitz, …) sowie Zeichnungen.

Werke