Horst Janssen

Wenige Jahre nach seinem Tod eröffnete 2000 in Oldenburg das „Horst-Janssen-Museum“. Horst Janssen (1929 – 1995) gilt als einer der produktivsten Grafiker und Zeichner seines Jahrhunderts und wurde 1968 mit dem Graphikpreis der Biennale in Venedig ausgezeichnet.

 

An der Landeskunstschule in Hamburg studierte Horst Janssen bei dem auf genaues Beobachten und Wiedergeben bedachten Zeichner Alfred Mahlau, der Janssens Talente früh erkannte und ihm schon zu Beginn seines Studiums zu Aufträgen und Verkäufen verhalf. So veröffentlichte DIE ZEIT bereits 1947 die Janssen Zeichnung „Die Prinzessin auf der Erbse“ und in der Zeit von 1952 bis 1956 waren es vor allem Aufträge des von Mahlau vermittelten Papierfabrikanten Guido Dessauer, die Janssen den Lebensunterhalt sicherten.

 

Nachdem Janssen 1951 von Prof. Gustav Hassenpflug, dem Direktor der Landeskunstschule der Schule verwiesen wurde, erhielt er nur kurze Zeit später 1952 ein Lichtwark Stipendium. Die Radiertechnik, in der Janssen mehr als 4.000 Blätter produzierte, erlernte er Mitte der 1950er Jahre von Paul Wunderlich.

 

In den 1960er Jahren etablierte sich Horst Janssen als „großer Außenseiter der deutschen Kunst“. Mit seinen Radierungen und Zeichnungen profilierte er sich mit eigenem, unverwechselbaren Profil und wurde überall in Ausstellungen in Deutschland geehrt. Auch international wurde Janssen zur Kenntnis genommen. Er war Teilnehmer an der Biennale in Venedig (1968), der documenta 6 (1977) in Kassel und hatte Ausstellungen in London, (1971), Göteborg, Oslo und Zürich (1971) und in Folge in New York, Barcelona, Cambridge, Turin, Chicago, Tokio, Nowosibirsk sowie große Wanderausstellungen in den USA (1983 – 86) und Japan (1991).

 

Horst Janssen zählte schon früh (neben Reinhard Drenkhahn und Paul Wunderlich) zu den herausragenden, an der Figürlichkeit orientierten Künstlern Hamburgs. Für seine Bilder nahm er stilistische Anleihen bei „alten“ Meistern wie Dürer oder Goya, aber auch bei „jüngeren“ wie Ensor, Klee oder Munch. Unverkennbar basiert Janssens Handschrift auf der künstlerischen Tradition, gleichfalls unverkennbar zeigte Janssen seine eigene Handschrift, die seine Arbeiten als „typisch Janssen“ klassifiziert.

Werke