Oskar Kokoschka

Der Österreicher Expressionist und Künstler der Wiener Moderne, Oskar Kokoschka (1886 – 1980) hat war neben seiner Tätigkeit als Grafiker und Maler auch als Schriftsteller – vor allem in der Gattung des Drama – tätig.

Mit einem Stipendium besuchte Kokoschka von 1905 – 1909 die Kunstgewerbeschule in Wien. 1908 nahm er an der von der Wiener Werkstätte (für welche er während seines Studiums Fächer, Postkarten und Vignetten entwarf) und der Wiener Secession ausgerichteten „Kunstschau“ teil. Seine dort auch ausgestellten Mädchenakte provozierten einen Skandal, machten aber wohl auch den Architekten Adolf Loos (der 1928 selbst wegen des „Verbrechen der Verführung zur Unzucht“ verurteilt wurde – er hatte in seinem Haus Akte von jungen Mädchen erstellt; die Tatsache, dass man bei ihm auch hunderte pornografische Fotografien u.a. von 5- und 6jährigen gefunden hatte, war zu dieser Zeit nicht strafbar) auf den jungen Kokoschka aufmerksam.

Loos gilt als früher Förderer von Kokoschka und durch Loos Vermittlung gelangte viele frühe Bilder von Kokoschka in den Verkauf, u.a. auch sein Porträt „Eine preciöse Frau“ der Herzogin Victoria des Montesquiou-Fesensac, das der Bankier Karl Ernst Osthaus für sein privates Museum Folkwang in Hagen erwarb. (Das Bild gelangte dann 1923 in das Museum Folkwang in Essen und wurde, als Entartete Kunst diffamiert, 1937 in Zürich versteigert. Seit 1983 gehört es zur Sammlung des Cincinnati Art Museum.)

1910 übersiedelte Kokoschka, inzwischen bekannt mit dem Kunsthändler Herwarth Walden, nach Berlin. Er zeichnete für die Zeitschrift „Der Sturm“ und wurde 1911 erstmals von Paul Cassirer ausgestellt. Bereits 1911 kehrt Kokoschka nach Wien zurück und arbeitet 1912 / 1913 als Assistenz an der Kunstgewerbeschule, wo er Aktzeichnen lehrte. In dieser Zeit lernt er Alma Mahler, die Witwe des Komponisten Gustav Mahler, kennen und lieben. Die Trennung 1915 von Alma Mahler (nachdem diese, gegen den Willen von Kokoschka, ihr gemeinsames Kind abgetrieben hatte) traumatisiert den Künstler.

Er meldet sich als Kriegsfreiwilliger wird im August 1915 durch Kopfschuss und Stich in die Lunge Kokoschka 1915 schwer verletzt.

In der Zeit von 1919 bis 1926 hielt Kokoschka eine Professur an der Kunstakademie in Dresden, wohin er 1917 gezogen war. Seine Arbeiten fand Eingang in die Sammlung der Dresdner Gemäldegalerie und wurde 1922 auf der 13. Biennale in Venedig im deutschen Pavillon ausgestellt. In Folge ließ sich Kokoschka 1924 von seiner Professur freistellen, bereiste Europa und den Mittelmeerraum und erstellte zunehmend Zeichnung von Landschaften und Städten.

1931 kehrte Kokoschka erneut nach Wien zurück, sah sich jedoch bereits 1934 wegen der politischen Entwicklungen gezwungen, nach Prag zu emigrieren, wo er seine spätere Frau Olda Palkovská kennenlernte und Gelegenheit hatte, den Staatspräsidenten Garrigue Masayk zu porträtieren und 1935 die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft annahm.

In Deutschland galt Kokoschka als „Kunstfeind Nr. 1“, auf der Ausstellung „Entartete Kunst“ 1937 wurden 8 Werke von ihm gezeigt, mehr als 400 seiner Gemälde wurden konfiziert, viele zerstört. In Prag dagegen etablierte sich 1937 unter dem Vorsitz des Künstlers und Widerständlers Theo Balden (bürgerlich Otto Koehler, 1904 – 1995) der „Oskar Kokoschka Bund“ deutscher und österreichischer Künstlern als Stimme und Ausstellungsplattform gegen das nationalsozialistische „Kunst“verständnis.

Im Mai 1938 nach der Mobilmachung in der Tschechoslowakei flüchtete Kokoschka ins Exil nach Großbritannien. Er publizierte für Exilzeitungen, arbeitete für österreichische Exilorganisationen, sprach auf Versammlungen und war einer der Vorsitzenden des Freien Deutschen Kulturbunds. Er wurde 1947 britischer Staatsbürger.

Von 1952 bis 1955 beteiligte sich Kokoschkar als Mitglied des Deutschen Künstlerbund an deren Jahresausstellungen. 1955 nahm er an der documenta 1, 1959 an der documenta II und 1964 an der documenta III in Kassel teil. Immense Aufmerksamkeit erfuhr er auch 1966, als er den Wettbewerb des Deutschen Bundestag für ein Konrad Adenauer Portrait gewann.

Gemeinsam mit Friedrich Welz gründete Kokoschka 1953 die von ihm selbst bis 1963 geleitete Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg (Schule des Sehens), die jährlich ca. 300 Teilnehmer hat und an welcher fortan so bekannte Künstler wie u.a. Rupprecht Geiger, Gotthard Graubner, Milan Horvart, Friedensreich Hundertwasser, Jörg Immendorff, Allan Kaprow, Markus Lüpertz, Friedrich Meckseper, Eduardo Paolozzi, Katharina Sieverding, Daniel Spoerri, Yoshi Takahashi, Heinz Trökes, Wolf Vostell, Ai Weiwei und Ben Willikens unterrichteten.

Im gleichen Jahr 1953 verlegte Kokoschka seinen Wohnort nach Villeneuve in die Schweiz. 1975 nahm er wieder die österreichische Staatsbürgerschaft an.

Das Andenken an Kokoschka, der u.a. mit dem Großen Österreichischen Staatspreis für Bildende Kunst (1955), dem Lovis-Corinth-Preis (1976), dessen Preisgeld er Amnesty International vermachte und der Ehrendoktorwürde der Universität Salzburg (1976) geehrt wurde, lebt u.a, fort in dem seit 1980 von der österreichischen Bundesregierung vergebenen Oskar-Kokoschka-Preis, der 1990 herausgegebenen 500 Schilling Gedenkmünze mit seinem Portrait oder auch der zu seinem 100sten Geburtstag (1986) herausgegebenen Sondermarke der Deutschen Bundespost. Und selbst ein Asteroid (21076) wurde 2001 nach ihm benannt.

Werke
 
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Mit einem Stipendium besuchte Kokoschka von 1905 – 1909 die Kunstgewerbeschule in Wien. 1908 nahm er an der von der Wiener Werkstätte (für welche er während seines Studiums Fächer, Postkarten und Vignetten entwarf) und der Wiener Secession ausgerichteten „Kunstschau“ teil. Seine dort auch ausgestellten Mädchenakte provozierten einen Skandal, machten aber wohl auch den Architekten Adolf Loos (der 1928 selbst wegen des „Verbrechen der Verführung zur Unzucht“ verurteilt wurde – er hatte in seinem Haus Akte von jungen Mädchen erstellt; die Tatsache, dass man bei ihm auch hunderte pornografische Fotografien u.a. von 5- und 6jährigen gefunden hatte, war zu dieser Zeit nicht strafbar) auf den jungen Kokoschka aufmerksam.

Loos gilt als früher Förderer von Kokoschka und durch Loos Vermittlung gelangte viele frühe Bilder von Kokoschka in den Verkauf, u.a. auch sein Porträt „Eine preciöse Frau“ der Herzogin Victoria des Montesquiou-Fesensac, das der Bankier Karl Ernst Osthaus für sein privates Museum Folkwang in Hagen erwarb. (Das Bild gelangte dann 1923 in das Museum Folkwang in Essen und wurde, als Entartete Kunst diffamiert, 1937 in Zürich versteigert. Seit 1983 gehört es zur Sammlung des Cincinnati Art Museum.)

1910 übersiedelte Kokoschka, inzwischen bekannt mit dem Kunsthändler Herwarth Walden, nach Berlin. Er zeichnete für die Zeitschrift „Der Sturm“ und wurde 1911 erstmals von Paul Cassirer ausgestellt. Bereits 1911 kehrt Kokoschka nach Wien zurück und arbeitet 1912 / 1913 als Assistenz an der Kunstgewerbeschule, wo er Aktzeichnen lehrte. In dieser Zeit lernt er Alma Mahler, die Witwe des Komponisten Gustav Mahler, kennen und lieben. Die Trennung 1915 von Alma Mahler (nachdem diese, gegen den Willen von Kokoschka, ihr gemeinsames Kind abgetrieben hatte) traumatisiert den Künstler.

Er meldet sich als Kriegsfreiwilliger wird im August 1915 durch Kopfschuss und Stich in die Lunge Kokoschka 1915 schwer verletzt.

In der Zeit von 1919 bis 1926 hielt Kokoschka eine Professur an der Kunstakademie in Dresden, wohin er 1917 gezogen war. Seine Arbeiten fand Eingang in die Sammlung der Dresdner Gemäldegalerie und wurde 1922 auf der 13. Biennale in Venedig im deutschen Pavillon ausgestellt. In Folge ließ sich Kokoschka 1924 von seiner Professur freistellen, bereiste Europa und den Mittelmeerraum und erstellte zunehmend Zeichnung von Landschaften und Städten.

1931 kehrte Kokoschka erneut nach Wien zurück, sah sich jedoch bereits 1934 wegen der politischen Entwicklungen gezwungen, nach Prag zu emigrieren, wo er seine spätere Frau Olda Palkovská kennenlernte und Gelegenheit hatte, den Staatspräsidenten Garrigue Masayk zu porträtieren und 1935 die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft annahm.

In Deutschland galt Kokoschka als „Kunstfeind Nr. 1“, auf der Ausstellung „Entartete Kunst“ 1937 wurden 8 Werke von ihm gezeigt, mehr als 400 seiner Gemälde wurden konfiziert, viele zerstört. In Prag dagegen etablierte sich 1937 unter dem Vorsitz des Künstlers und Widerständlers Theo Balden (bürgerlich Otto Koehler, 1904 – 1995) der „Oskar Kokoschka Bund“ deutscher und österreichischer Künstlern als Stimme und Ausstellungsplattform gegen das nationalsozialistische „Kunst“verständnis.

Im Mai 1938 nach der Mobilmachung in der Tschechoslowakei flüchtete Kokoschka ins Exil nach Großbritannien. Er publizierte für Exilzeitungen, arbeitete für österreichische Exilorganisationen, sprach auf Versammlungen und war einer der Vorsitzenden des Freien Deutschen Kulturbunds. Er wurde 1947 britischer Staatsbürger.

Von 1952 bis 1955 beteiligte sich Kokoschkar als Mitglied des Deutschen Künstlerbund an deren Jahresausstellungen. 1955 nahm er an der documenta 1, 1959 an der documenta II und 1964 an der documenta III in Kassel teil. Immense Aufmerksamkeit erfuhr er auch 1966, als er den Wettbewerb des Deutschen Bundestag für ein Konrad Adenauer Portrait gewann.

Gemeinsam mit Friedrich Welz gründete Kokoschka 1953 die von ihm selbst bis 1963 geleitete Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg (Schule des Sehens), die jährlich ca. 300 Teilnehmer hat und an welcher fortan so bekannte Künstler wie u.a. Rupprecht Geiger, Gotthard Graubner, Milan Horvart, Friedensreich Hundertwasser, Jörg Immendorff, Allan Kaprow, Markus Lüpertz, Friedrich Meckseper, Eduardo Paolozzi, Katharina Sieverding, Daniel Spoerri, Yoshi Takahashi, Heinz Trökes, Wolf Vostell, Ai Weiwei und Ben Willikens unterrichteten.

Im gleichen Jahr 1953 verlegte Kokoschka seinen Wohnort nach Villeneuve in die Schweiz. 1975 nahm er wieder die österreichische Staatsbürgerschaft an.

Das Andenken an Kokoschka, der u.a. mit dem Großen Österreichischen Staatspreis für Bildende Kunst (1955), dem Lovis-Corinth-Preis (1976), dessen Preisgeld er Amnesty International vermachte und der Ehrendoktorwürde der Universität Salzburg (1976) geehrt wurde, lebt u.a, fort in dem seit 1980 von der österreichischen Bundesregierung vergebenen Oskar-Kokoschka-Preis, der 1990 herausgegebenen 500 Schilling Gedenkmünze mit seinem Portrait oder auch der zu seinem 100sten Geburtstag (1986) herausgegebenen Sondermarke der Deutschen Bundespost. Und selbst ein Asteroid (21076) wurde 2001 nach ihm benannt.

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